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beuelerHOSPIZnachrichten
Aktuelle
Informationen aus der
Hospizarbeit, aus
Sozialpolitik, Medizin und Wissenschaft für unsere Mitglieder
und
Förderer.
Nr. 1/10,
31. März 2010
Die
„Rentenschutzklausel“ bewahrt die Rentner vor Rentenkürzungen
(bHn) Ein „Meilenstein“ in der deutschen Sozialgeschichte
war die „Dynamische Rente“, die 1957 unter Konrad Adenauer eingeführt wurde.
Ihre Bedeutung war auch am Wahlergebnis abzulesen, denn bei der Bundestagswahl
dieses Jahres gewann die CDU erst- und einmalig die absolute Mehrheit. Für die
jährliche Rentenanpassung galt das „Bruttoprinzip“, nach dem sich die Renten um
den Prozentsatz erhöhten, um den die Bruttolöhne der „aktiven“ Arbeitnehmer im
Vorjahr gestiegen waren. Auf Grund der demographischen Entwicklung, also der
steigenden Lebenserwartung, war dieses System auf Dauer aber nicht
durchzuhalten, so dass die jährlichen Rentenanpassungen auf das „Nettoprinzip“
umgestellt wurden. Verringern sich, z.B. durch Reduzierung von Weihnachts- oder
Urlaubsgeldern, die Nettolöhne der Arbeitnehmer, so bekommen das auch die
Rentner „zu spüren“, weshalb die „Große Koalition“ von CDU/CSU und SPD im Juni
2009 eine „Rentenschutzklausel“ beschlossen hat. Wie wichtig das für die
Rentner war, hat sich jetzt herausgestellt, denn während die Renten im letzten
Jahr noch um 2,4 bzw. 3,4 Prozent stiegen, würde es ohne die Schutzklausel in
diesem Jahr erstmals seit 1957 zu einer Rentenkürzung kommen. So bleiben die
Renten bis 2011 „auf dem jetzigen Niveau“.
Die
junge Familienministerin sorgt für Neuigkeiten
(bHn) Als Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der
Bundestagswahl 2009 ihr neues Kabinett bekannt gab, gehörte das Ressort „Familie,
Senioren, Frauen und Jugend“ zu den Überraschungen; denn die neue
„Familienministerin“ war erst 32 Jahre alt und ledig ! Inzwischen hat sich das
geändert, denn in ihrer Heimatstadt Wiesbaden hat Christina Köhler ihren
Lebensgefährten Ole Schröder geheiratet und dessen Namen angenommen. Der
CDU-Abgeordnete Schröder stammt aus Pinneberg und ist Parlamentarischer
Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Der „persönlichen Neuigkeit“ aus dem
Familienministerium folgte eine politische Überraschung, als die neue
Ministerin Anfang März für Arbeitnehmer, die Angehörige pflegen, einen
Rechtsanspruch auf eine „Familien-Pflegezeit“ von zwei Jahren forderte. In
dieser Zeit soll der Arbeitnehmer berechtigt sein, nur halbtags zu arbeiten,
zur Sicherung des Lebensunterhalts aber 75 Prozent seines Gehalts bekommen.
Später soll er wieder voll arbeiten, aber so lange, wie er zuvor Teilzeitarbeit
geleistet hat, auch nur 75 % erhalten. Die neue Familien-Pflegezeit soll nicht
nur für Eltern, sondern auch für Kinder oder andere Angehörige gelten. Dass es
gegen Christina Schröders Forderung schon Einwände gab, wird niemand
überraschen. Über den Fortgang werden wir berichten.
Obama
hat die US-Gesundheitsreform durchgesetzt, aber der Streit geht weiter
(bHn) Mit 219 gegen 212 Stimmen hat US-Präsident Obama im
Abgeordnetenhaus die heiß umstrittene Gesundheitsreform durchgesetzt und das
Gesetz auch schon unterzeichnet. Die knappe Mehrheit war zustande gekommen,
nachdem der Präsident die Kostenübernahme für Abtreibungen durch eine Rechtsverordnung
ausgeschlossen hatte. Das machte die nochmalige Beratung im Senat erforderlich,
der dem Gesetz inzwischen aber auch mit der Mehrheit der Demokraten zugestimmt
hat. Ob die Reform in Kraft treten kann, ist allerdings noch fraglich, denn die
Justizminister von 11 Bundesstaaten wollen dagegen klagen, weil die
Versicherungspflicht nach ihrer Meinung gegen die Verfassung verstößt. Wie aus
Washington verlautet, sieht das Weiße Haus den Klagen aber „gelassen entgegen“,
weil Bundesgesetze nach gefestigter Rechtsprechung über gesetzlichen
Bestimmungen der Bundesstaaten stehen. Durch das Gesetz sollen rund 32
Millionen bisher unversicherte Amerikaner einen Krankenversicherungsschutz
erhalten. Die Kosten werden für die nächsten 10 Jahre auf 940 Milliarden Dollar
(696 Milliarden Euro) geschätzt, was die Aktien von Pharmakonzernen und
Krankenhausbetreibern an der Wall Street auf der Stelle beflügelt hat.
„Pflege-Mindestlohn“ für Beschäftigte in Altenheimen
und in der ambulanten Pflege
(bHn) Die Koalitionsparteien der CDU/CSU und der FDP
lehnen zwar einen gesetzlichen Mindestlohn ab, akzeptieren aber
„Lohnuntergrenzen“, wenn sich die Tarif- oder Verhandlungspartner in einzelnen
Branchen darauf verständigen. Das ist für die rund 800.000 Beschäftigten in der
Alten- und ambulanten Krankenpflege geschehen, für die ab 1.Juli 2010 ein Mindestlohn
von 8,50 Euro im Westen und von 7,50 Euro im Osten gilt. Zum 1.1.2012 und zum
1. Juli 2013 soll der Pflegemindestlohn in zwei Stufen auf 9 Euro im Westen und
8 Euro im Osten steigen. Auf dieses Ergebnis hat sich eine vom
Bundesarbeitsministerium eingesetzte Kommission verständigt, in der die
Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, die kommunalen und privaten Arbeitgeber
sowie die Wohlfahrtsverbände einschließlich der Diakonie und der Caritas
vertreten waren. Die gesetzliche Möglichkeit dazu hatte mit der Aufnahme der
Pflege in das „Entsendegesetz“ noch die Große Koalition geschaffen.
Der
Wehrdienst wird auf 6 Monate verkürzt – Was wird mit dem Zivildienst ?
(bHn) Ihre Forderung, die Wehrpflicht ganz
abzuschaffen, konnte die FDP bei den Koalitionsverhandlungen zwar nicht
durchsetzen, doch hat sie eine Verkürzung des Wehrdienstes auf 6 Monate erreicht.
Während die FDP noch an einem eigenen Konzept bastelte, hat
Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg schon einen Gesetzentwurf vorgelegt,
der kurzfristig im Kabinett beraten und bis zur Sommerpause des Parlaments
verabschiedet werden soll. Auf „verheerende Folgen“ der Verkürzung für den
Zivildienst hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund hingewiesen. Da „Zivis“
in nur 6 Monaten nicht mehr ausreichend qualifiziert werden können, bestehe die
Gefahr, dass die Kommunen und Wohlfahrtsverbände keine Zivildienststellen mehr
zur Verfügung stellen können. Die Hoffnung, Zivis auf freiwilliger Basis für
eine längere Dienstzeit zu gewinnen, nannte der DStGB „illusorisch“.
Professorin
Ursula Lehr ist neue Vorsitzende der BAGSO
(bHn) Zu ihrer
neuen Vorsitzenden hat die Mitgliederversammlung der
„Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenverbände“ mit Ursula Lehr die „erste und
renommierteste Altersforscherin in Deutschland“ gewählt. Im Kabinett von Helmut
Kohl war Frau Prof. Lehr von 1988 bis 1991 Bundesfamilienministerin und hat in
dieser Zeit den ersten „Altenbericht“ in Auftrag gegeben. Während Seniorenpolitik
bei ihrer Berufung nur „Renten- und Pflegepolitik“ war, sei es ihr von Anfang
an um ein umfassendes und realistisches Altersbild gegangen. Der BAGSO gehören
mehr als 100 Mitgliedsorganisationen mit rund 13 Millionen Senioren an.
Lebt
man in anderen Ländern gesünder, länger und preiswerter ?
(bHn) Nach Umfrageergebnissen sind die meisten
deutschen Versicherten oder Patienten mit ihrer Versorgung im Rahmen des
deutschen Gesundheitssystems zufrieden. Was das im internationalen Vergleich
bedeutet, ist einer unlängst veröffentlichen Studie der Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (OECD) zu entnehmen. Darin wird Deutschland tatsächlich ein „leistungsfähiges Gesundheitssystem“
bescheinigt, das „eine Versorgung für nahezu die gesamte Bevölkerung
gewährleistet“ – das aber zu teuer ist. Als wichtige Kostenfaktoren nennt die
Studie vor allem die (zu) vielen Krankenhausbetten, die hohen Ausgaben für
Medikamente und „relativ hohe Arzthonorare“. Während die Gesundheitsausgaben im
Durchschnitt der OECD-Länder 8,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen,
belaufen sie sich in Deutschland auf 10,4 Prozent. Lapidar stellte der
OECD-Generalsekretär fest, dass die Menschen in anderen Ländern „bei geringeren
Kosten gesünder sind und länger leben“.
Mit Frau Noelle-Naumann kam die Meinungsforschung
nach Deutschland
(bHn) Da in den „beuelerHOSPIZnachrichten“ häufig
Umfrageergebnisse vorkommen, verabschieden wir uns mit Verehrung von Elisabeth
Noelle-Naumann, die im Alter von 93 Jahren in Allensbach verstorben ist. Dort
hat sie 1947 mit ihrem ersten Ehemann Erich Peter Neumann das „Institut für Demoskopie Allensbach“
gegründet, das seine Führungsposition bis heute behauptet hat. Das Institut beschäftigt
95 feste Mitarbeiter und rund 2000 Interviewer. Pro Jahr führt das Allensbacher
Institut etwa 100 Studien mit bis zu 90.000 Interviews durch. Schon vor 20
Jahren hat Frau Noelle-Naumann die Professorin Renate Köcher als ihre
Nachfolgerin berufen, hat aber noch bis zuletzt mitgearbeitet.
in aller kürze · in aller kürze · in aller kürze
Nullrunde
Was in der Eingangsmeldung dieser Ausgabe zur
Begründung der „Rentenschutzklausel“ gesagt wurde, hat das Statistische
Bundesamt am 25. März mit Zahlen
bestätigt. Während die Bruttoverdienste der Arbeitnehmer 2008 um 3 Prozent
stiegen, so dass bei einer Inflationsrate von 2,6 % noch ein reales „Plus“ von
0,4 % blieb, hat sich für 2009 zwar die gleiche Zahl, aber als „Minus“ ergeben.
Ursächlich dafür waren vor allem die
„Sonderzahlungen“ (Weihnachts- und Urlaubsgelder), die im Krisenjahr 2009 um
6,2 Prozentpunkte niedriger ausfielen.
Demenz
Vor einem
Jahr haben wir berichtet, dass die „Demenzkrankheit auch Prominente betrifft“
und dafür einige Beispiele genannt. Neben Ronald Reagan, Margret Thatcher,
„Columbo“ Peter Falk, Herbert Wehner und Harald Juhnke gehörte dazu auch der
sprachgewaltige Tübinger Rhetorikprofessor Walter Jens. Von Ehefrau Inge Jens,
die mit ihrem Mann noch die Bücher „Frau
Thomas Mann“ (2003) und „Katias Mutter“ (2005) herausgegeben hat, ist kürzlich
eine Autobiographie erschienen, in der sie auch die fortschreitende Erkrankung
ihres Mannes seit dem Anfang 2004 bis zur Gegenwart schildert („Unvollständige
Erinnerungen“, Rowohlt-Verlag,, 19,90 Euro).
Underberg
Im Eilverfahren hat das Oberlandesgericht
Düsseldorf entschieden, dass die Firma Underberg vorläufig weiter mit der
„wohltuenden Wirkung“ ihres bekannten Magenbitters werben darf. Ob dieses
Urteil Bestand hat, muss das Landgericht Kleve im „Hauptsacheverfahren“
entscheiden, allerdings hat das OLG angeregt, das Verfahren „aufgrund seiner
grundsätzlichen Bedeutung am Europäischen Gerichtshof verhandeln zu lassen“.
Charite
Das größte Universitätsklinikum
Europas feiert in diesen Wochen sein 300jähriges Bestehen, zu dem „Die Welt“
ihrer Ausgabe vom 26. März eine
14seitige „Sonderausgabe“ beigelegt hat. Aus dem 1710 gegründeten „Pesthaus“
wurde 1727 ein Bürgerhospital, aus dem sich das Klinikum und 1810 die
Universität entwickelten. Im Gesamtunternehmen gibt es heute 14.500 Mitarbeiter
(Ärzte und Pflegepersonal), 7.325 Studenten und
270 Professoren.
Beauftragte
Da die „Beauftragten der
Bundesregierung“ für die Amtszeit der Regierung bestellt werden, hat die
Koalition aus CDU/CSU und FDP neue Beauftragte berufen, von denen hier drei
genannt werden sollen. Neue Drogenbeauftragte wurde die Juristin Mechthild
Dyck-manns, die dem Bundestag als FDP-Abgeordnete seit 2005 angehört. Schon
seit 18 Jahren im Bundestag ist der neue Behindertenbeauftragte Hubert Hüppe.
Er war „behindertenpolitischer Sprecher“ der CDU-Fraktion und ist Vater eines
behinderten Kindes. Das Amt des „Patientenbeauftragten“ wurde mit Wolfgang
Zöller hochkarätig besetzt. Zöller gehört dem Bundestag seit 1990 an und war
seit 2004 Stellv. Fraktionsvorsitzender. der CDU/CSU. Sein Direktmandat im
Wahlkreis Spessart-Miltenberg hat er mit 52,4 Prozent gewonnen.
Krankenkassen Nachdem am 1. Januar 2010
durch den Zusammenschluss der Barmer Ersatzkasse und der Gmünder Ersatzkasse
mit 8,6 Millionen Versicherten die „größte deutsche Krankenkasse“ entstanden
ist,, gehen die Fusionsüberlegungen weiter. Voraussichtlich zum 1. April wird
es in Niedersachsen mit der Vereinigung der AOK und der Innungskrankenkasse
erstmals zu einer „kassenartenübergreifenden“
Fusion kommen. Die Wirtschaftsberatungsgesellschaft Ernst & Young erwartet, dass von den
heute noch 169 gesetzlichen Krankenkassen bis 2015 nur 50 „überleben“.
Medizinmänner
Wie in der
FAZ zu lesen war, hat das Europäischen Patentamt in München ein Patent des
badischen Pharmaherstellers Schwabe für ein Erkältungsmittel widerrufen. Eine
Stammesgemeinschaft aus der südafrikanischen Ostkap-Provinz hatte geltend
gemacht, dass Schwabe für das Arzneimittel Herstellungsmethoden benutze, „die
seit Urzeiten von Medizinmännern angewandt werden“ und die deshalb nicht
patentiert werden dürfen. Dass Schwabe gegen die Entscheidung Beschwerde
eingelegt hat, wird verständlich, wenn man erfährt dass das Medikament in 25
Ländern verkauft wird und zum Umsatz des Konzerns jährlich 40 Millionen Euro
beiträgt.
USA Wie
schon
sein Vorgänger Bill Clinton und dessen Frau Hillary
kämpft US-Präsident Obama
leidenschaftlich für eine große Gesundheitsreform.
Ein Hauptgrund dafür ist die
Tatsache, dass 15 Prozent der amerikanischen Bevölkerung, das
sind 47 Millionen
Menschen, keine Krankenversicherung besitzen. Wie Institute
berechneten, geben
diese Nichtversicherten jährlich 30 Milliarden Dollar
für
Gesundheitsdienstleistungen und Arzneien aus. Mit Blick auf die
„amerikanischen
Verhältnisse“ gewinnt die Entscheidung des
Bundesverfassungsgerichts Bedeutung,
über die wir auf Seite 2 berichtet haben. Danach ist es
rechtens, dass die
Privatkrankenkassen in Deutschland verpflichtet sind, nach einem
„Basistarif“
auch ältere und kranke Menschen ohne Risikoprüfung zu versichern.
„Nichtversicherte“
Bundesbürger gibt es also nicht - oder braucht es von Gesetzes
wegen nicht zu
geben.
Homöopathie Obwohl
die
Krankenkassen seit 2004 homöopathische Präparate nur
noch in Ausnahmefällen
bezahlen, hat der Umsatz darunter nicht gelitten. Wie der Verband
mitteilt,
konnten die Hersteller im vergangenen Jahr homöopathische
Arzneimittel für rund
700 Millionen Euro absetzen. Die meisten dieser Mittel werden auf
Empfehlung
aus dem Bekanntenkreis oder auf eigene Initiative gekauft; nur ein
Drittel geht
noch auf ärztliche Verordnungen zurück. Ein positives
Bild der Wertschätzung
erbrachte eine Untersuchung des Allensbach-Instituts. Während
1970 nur jeder
vierte Westdeutsche homöopathische Mittel verwendete, tut das
heute in ganz
Deutschland mehr als die Hälfte.
Fielmann Da der
„Superoptiker“
Günther Fielmann am 17. September seinen 70. Geburtstag feiern
konnte, waren
über ihn zahlreiche Artikel und auch Interviews. zu lesen. So
erfuhr man, dass
die 1972 gegründete Optikerkette heute europaweit 631 Filialen
mit 12.585
Mitarbeitern besitzt. Die Zahl der Filialen in Deutschland will
Fielmann von
jetzt 540 auf 700 erhöhen und den Umsatz auf 2 Milliarden Euro
steigern. Zu lesen
war aber auch, dass Fielmann drei Bio-Bauernhöfe betreibt,
dass er das bedrohte
Brillenschaf züchtet und in jedem Jahr für jeden
seiner Mitarbeiter „als Symbol
für seine Initiativen im ökologischen
Landbau“ einen Baum pflanzen lässt
–
inzwischen schon über eine Million.
Viagra Seit
der amerikanische
Pharmakonzern Pfizer
vor elf Jahren sein Potenzmittel Viagra auf den Markt gebracht hat,
wird
darüber geredet und geschrieben, gelästert und
gewitzelt. Ein ganz neuer und
überraschender Aspekt wird jetzt aus Brasilien berichtet. Dort
befürchtet man,
dass der erotische Jungbrunnen für die brasilianischen
Männer auf Dauer das
Rentensystem ruiniert. Wie das Institut für angewandte
Wirtschaftsforschung
feststellte, heiraten immer mehr Rentner – vor allem Witwer
– junge Frauen, die
oft 30 oder 40 Jahre jünger sind als sie. Nach dem in der Regel früheren Tod der
Männer beziehen deren Witwen
noch durchschnittlich 35 Jahre Witwenrente, während den
Rentenberechnungen
bisher nur 15 Jahre zugrunde liegen. Über
Lösungsvorschläge ist noch nichts
bekannt.
Pflege In
der
„Apotheken Umschau“ ist kürzlich ein
Artikel über die „Charta zur Betreuung
schwerst-kranker und sterbender Menschen“ erschienen, an
deren Erarbeitung
unsere Spitzenorganisation, der „Deutsche
Hospiz- und
PalliativVerband“, führend beteiligt war. Den
Zahlen, die der Artikel enthielt,
ist zu
entnehmen, dass
pflegebedürftige
Menschen in Deutschland noch
überwiegend
zu Hause versorgt und betreut werden. In 1,03 Millionen Fällen
geschieht dies
allein durch Angehörige, während sich um 504.000
Patienten auch Pflegedienste
kümmern. 709.000 Pflegebedürftige werden in Heimen
versorgt.
Sozialausgaben Wie
dem
Sozialbericht der Bundesregierung zu entnehmen ist, beliefen sich die
Sozialleistungen in Deutschland im vergangenen Jahr auf 721 Milliarden
Euro,
was bedeutet, dass fast jeder dritte erwirtschaftete Euro für
„Soziales“
ausgegeben wurde. Zum Sozialen gehören
alle Leistungen rund um den Arbeitsmarkt, für Renten,
Gesundheit, Pflege, Kinder,
Familie usw. Für 2009 erwartet die Bundesregierung eine
Steigerung der
Sozialquote auf den Rekordwert von 32,4 Prozent, woraus sich Gesamtausgaben von 754 Milliarden Euro
ergeben. Der erwartete
Anstieg als Folge der Wirtschaftskrise ergibt sich vor allem aus
höheren Ausgaben
in der Arbeitslosenversicherung und im System
der Grundsicherung (Hartz IV).
Bundesarbeitsminister Scholz sagte dazu,
dass „der deutsche Sozialstaat in der Krise seine
Leistungsfähigkeit beweist“.
Aus der Arbeit des Beueler Hospizvereins berichten
die Vorsitzende Bettina Gummel und die
Koordinatorin Dr. med. Silvia Link
Das Wichtigste zuerst: Am
23.03. endete der Befähigungskurs für Hospizhelferinnen und –helfer, der
im Mai des vergangenen Jahres gestartet war. 11 Teilnehmende erhielten ihr
Abschlusszertifikat aus den Händen der Vorsitzenden, Pfarrerin Bettina Gummel.
Die Koordinatorin freute sich, dass 8 davon noch am gleichen Abend die
Helfervereinbarung unterschrieben. So umfasst unser Helferteam jetzt 43 Ehrenamtliche, die allen schwerkranken und
sterbenden Menschen in Beuel beistehen möchten, die eine Begleitung durch den
Beueler Hospizverein wünschen.
Im Februar dieses Jahres
startete der Befähigungskurs zur Trauerbegleitung, an dem außer der
Koordinatorin noch drei Helferinnen und Helfer teilnehmen. Zusätzlich wird es
im November eine mehrtägige Fortbildung für das ganze Helferteam zum
Thema „Abschied und Trauer“ geben. Diese Ausbildung wird es uns noch mehr als
bisher ermöglichen, Hilfe suchenden Menschen beim Abschied nehmen und nach dem
Verlust eines lieben Menschen zu unterstützen.
Neben der Begleitung von
schwer kranken und sterbenden Menschen ist
die Öffentlichkeitsarbeit für uns ein weiteres wichtiges
Anliegen. Wir möchten, dass die Menschen auch über das Sterben und den Tod ins
Gespräch kommen. Sterben gehört zum Leben und darf daraus nicht ausgeschlossen
werden.
Dankbar können wir auch
diesmal auf einige Veranstaltungen
zurückblicken:
Am 10.Oktober, dem Welthospiztag
2009, war vor allem unsere Podiumsdiskussion zum Thema „Selbstbestimmtes
Sterben“ gut besucht. Mit Prof. Nauck hatten wir einen renommierten Fachmann
für Palliativmedizin gewinnen können, der zusammen mit den anderen Mitgliedern
der Podiumsdiskussion, Pfarrerin Bettina Gummel,, Diakon Klaus Behne und Dr.
Norbert Blüm, viele Aspekte zu diesem Thema erhellte und mit einem sehr
interessierten Publikum diskutierte.
Am 15. November 2009 gab
es eine literarisch-musikalische Benefizveranstaltung mit Renate
Hohmann, Rita Hoffmann und dem Duo „Goldene Zeiten“. In Erinnerung an den 100.
Geburtstag von Heinz Erhardt trugen sie teils bekannte, aber auch unbekannte
Texte und Lieder des beliebten Künstlers vor.
Ebenfalls bis auf den
letzten Platz besetzt war die St. Pauluskirche, in der anlässlich des 8.
Geburtstages des Beueler Hospizvereins am 06.März vier Beueler Chöre ein
Benefizkonzert gaben. Dabei war das Publikum von dem abwechslungsreichen
Programm von Brahms über Gospel bis ABBA hellauf begeistert. Und über die
großzügigen Spenden ( mehr als 2000
Euro) freute sich am Ende das „Geburtstagskind“.
Auch in diesem Jahr planen
wir wieder interessante öffentliche Veranstaltungen.
Am 16.Juni wird in der
Versöhnungskirche in Beuel Mitte eine Podiumsdiskussion zum Thema „Patientenverfügung“
stattfinden, die wir gemeinsam mit der Alzheimer Gesellschaft anbieten. Über
das wichtige und interessante Thema informieren
aus ihrer Sicht ein Arzt, ein Jurist und eine Patientenvertreterin. Wir
sind sicher, dass es danach lebhafte Diskussionen geben wird.
Mit der Hoffnung, dann
wieder viele unserer Mitglieder, Freunde und Förderer zu treffen,
grüßen Sie herzlich
Ihre Bettina Gummel und Silvia
Link
Für
Kontakte:
Sprechstunden im Hospizbüro Neustraße 4
(Ev. Gemeindezentrum):
Donnerstag von 8.00 bis 11.00 Uhr und freitags von 15.30 bis
18.00 Uhr.
Tel. 42 243 44, Fax: 42 243 45,
E-mail: hospizbuero@beueler-hospizverein.de
Homepage:
www.beueler-hospizverein.de
Herausgeber: Beueler
Hospizverein,
Neustraße 4, 53225 Bonn,
Tel. (0228) 42243 44, Fax:
42243 45
Konto: 44990 Sparkasse
KölnBonn, BLZ 370 501 98,
Redaktion: Günter
Pätz, Tel. (0228) 480253, Fax: 483349
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